Immer wieder erreichen mich Anfragen, ob ich nicht ein gutes Brassenrezept verraten könnte, was im See und auch
im Kanal sowie beim Feedern überdurchschnittlich gut funktioniert.

Gerade Petri-Jünger oder Angelfreunde, die im Urlaub an unbekannte Gewässer kommen, fragen nach einem Futter,
was immer erfolgreich und dem man vertrauen kann. Ich möchte euch heute daher eine Schritt für Schritt Anleitung

mit guten Fotos zeigen, wie man ein gutes Futter noch weiter veredeln kann.


Doch im Vorfeld noch einige Worte zum Brassenfutter. Die Farbe des Futters sollte möglichst neutral zum
Gewässeruntergrund sein. Wir brauchen daher einen möglichst grau-braunen - eher erdfarbenen - Futterton.
Weiterhin soll das Futter sowohl für den See, als auch in leichter Strömung funktionieren. Im See muss es locker sein
und sich schnell auflösen und im Kanal mit Schifffahrt wird eine höhere Bindung benötigt, damit der Futterballen sich
eben nicht so schnell öffnet.
Das ist ein "Spagat" der sich eigentlich ausschließt. Doch auch dafür gibt eine Lösung. Dazu später mehr.

Das Futter sollte passiv sein, keine aufsteigende Partikel besitzen und einen hohen Nährwert haben, um die hungrigen
Süßmäuler am Angelplatz zu halten. Außerdem soll es unkompliziert in der Beschaffung und nicht so teuer sein.
Uii...nun bekomme ich doch Schweißperlen auf der Stirn.....

Brassenfutter im Sommer

Mein Brassen-Futtertip für den Sommer:

 

1x Mondial-F Super Lunch 2kg

1x Mondial-F Black Bream 1kg

0.3kg kistallinen Zucker aus dem Supermarkt

geschnittene Würmer + Caster erst kurz vorm Füttern hinzufügen

Keine zusätzlichen Lockstoffe verwenden! Das Futter ist so fertig!


Brassenfutter Nahaufnahme
Ich habe die 3kg Futter mit etwa 0.3kg Zucker am Abend vor dem nächsten Angeltag mit dem Futterquirl gemixt und mit etwa 1/2L Wasser verrüht. Das Futter sieht grobkörnig aus und enthält zahlreiche feinere Maispartikel und gelbe Futterpartikel. Der kristaline Zucker benötigt Zeit, um sich nach und nach aufzulösen. Auch die Futterpartikel saugen erst nach und nach das Wasser auf. Das Futter darf auf keinen Fall zu nass sein, sonst klumpt es und man bekommt kein homogänes Futter mehr hin. Aus Bequemlichkeit habe ich das Futter in diesem Zustand noch nicht gesiebt, da es noch mal nachgefeuchtet werden muss. So habe ich die Zeit genutzt mein Auto zu beladen, um das Futter eitwa 1-2h später nach mal nachzufeuten und zu sieben. Als Sieb nutzte ich eins mit 4mm Maschen, um übertrieben große Partikel herauszufiltern und ein gleichmäßig durchfeuchtetes Futter zu bekommen.

 

Gut zu sehen: Das Futter hat eine neutrale, unauffällige Farbe ohne mit Futterfarbe nachhelfen zu müssen. Außerdem enthält es viele Partikel, die Brassen, Güstern und auch Karauschen ansprechen. Früher hat man den Anteil des Black Breams von Geruch her stärker wahrgenommen.  Mondial scheint hier den Anteil der Additive etwas reduziert zu haben.
Dennoch ist es NICHT nötig, das Futter noch mit Booster zu versetzen.
Brassenfutter Nahaufnahme
Wie ist es nun mit der Verwendung für den See und Kanal? Ganz einfach. Die Bindekraft wird über den Anteil des zugefügten Wassers gesteuert. Wenn man weniger Wasser verwendet, hat man ein Angelfutter für den See und mit mehr Wasser erhöht man die Bindung des Futters. Der Zucker hat hier 2 Funktionen:
Zum Einem gib es dem Futter Gewicht, macht es schwer und verleiht dem Futter eine wasserabhängige Bindekraft und zum anderen wirkt Zucker als eine Art Katalysator für den Geschmack. Ohne Mineralien, wie Zucker oder Salz können die Fische den Geschmack nicht wahrnehmen. Deshalb sind viele Futterbooster süß oder salzig. Uns menschen geht es ja nicht viel anders. Zimt ohne Zucker könnten wir gar nicht schmecken. Probierts mal aus..

 

Was tun, wenn der See oder Kanal größere Brassen um 1.5kg++ enthält und diese Exemplare ebenfalls angelockt werden sollen?

Jetzt wird etwas aufwendig. Ich nehme dafür Eicake von Zammataro. Je eine Handvoll gelb + rot. Ich weiche diese vorher getrennt nach Farbe mit etwas Wasser ein, drücke sie durch ein Sieb und vermische sie erst später, damit Farbe der Partikel sich nicht vermischt. Mehr Detail dazu findet man hier.

 


Das Eicake fühlt sich weich und elastisch an und hat ein ganz verführerischen Eigenduft. Diese Partikel mische ich erst kurz vor der Hauptfütterung unter, damit die Farbe des Eicakes im Futter über nacht nicht grau wird. Das Eicake transportiere ich in einer luftleer-Dose von Sensas. So bleibt es besonders frisch und die Partikel trockenen nicht aus.

Eicake
Sieht das nicht lecker und verführerisch aus? Ein echter Brassenschmauss! Das schöne daran ist auch, dass dieses Futter im See, Kanal und auch beim Feedern wirklich nur die größeren Exemplare an den Platz lockt. Vergesst bitte nicht die geschnittenen Würmer und Caster.
Ihr müsst den Brassen auch was an Lebenködern anbieten.

feederkorb
Ich habe hier mit Absicht Bildmaterial genutzt, was eine höhere Detailtreue hat, aber zu Lasten der Ladezeit geht.

So könnt ihr das Futterrezept von mir besser nachbauen und verstehen. Probierts mal aus und sendet mit eure Fotos mit euren Fängen.


Ich veröffentliche eure Fänge gern mit Namen.


mit Dicke Fische wünscht euch
Maik Fiebig vom Matchangler-Shop

 

Bilder-Gallerie zum Futter:
Gellert
Jörg Gellert beim Benefiz-Angeln am Teltow-Kanal 2013. Jörg hatte überwiegend gefeedert.

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