International Anglers Meeting (IAM) 2010

 

Dieses Jahr war ich Betreuer der polnischen Mannschaft, die vom Champions-Team eingeladen worden sind und zum ersten
Mal am Silokanal mitangeln wollten. Ein schwere Aufgabe für mich.
bob_nudd_team_polen
Nicht nur weil 46 weitere Mannschaften á 5 Angelfreunde teilnahmen, sondern auch wegen der Sprachprobleme und technischen
Umsetzungen meiner Empfehlungen. Das polnische Team um Tomek Horemski hat beim Angeln in schnell fließenden Gewässern
einen hohen Erfahrungsschatz und kann dort seine Stärken ausspielen.
Für die Option Bolo-Angeln fehlt Ihnen jedoch das nötige Fingerspitzengefühl.  Jeder von Ihnen hoffte, das die Bolo nur eine
Option bleibt und nicht benötigt werden würde. Doch im Training zeigte sich an den Tagens zuvor, dass der Fische nach einer
einer guten Stunde von der 13m Bahn verschwinden und weiter draußen stehen. Die großen Boote schieben das Futter raus.
Egal wie schwer man das Futter machte, dieser Effekt ließ sich nicht verhindern.

Das Team Polen setzte auf Lutscherposen von Cralusso (Shark) in den Gewichtsklassen von 6 bis 15 Gramm.
Die Strömung sah schneller aus, doch die Polen haben viel Erfahrung mit der Angelei auf kleine Fische in schneller Strömung
und setzten auf leichtere Montagen mit Kettenbebleiung und kleinen 16-er Haken am 10-er Vorfach.

Großen Mückenlarven im Futter sollten die Brassen an den Platz locken.
grosse_muecken_in_lehm
Doch egal, was man anstellte, im D-Sektor ( an der Manufaktur) war während des Trainings, kaum kein Brassen zusehen. Rotaugen
um 80 bis 250 Gramm dominierten das Geschehen.
tomek-rotauge

Ich hatte den Polen dicke Rotaugen um 500 Gramm versprochen, die man am 10-er "Eisen" mit 6 Maden drauf fangen kann....
...jedenfalls war es letztes Jahr so.


Die Taktik wurde neu ausgetüftelt:

 

  • ca 80cm kürzer auf der 13m Bahn füttern

jeder Sektor bekommt individuelle Futteranpassungen

 -A-Sektor (Parkplatz Elisenhof) Rotaugenfutter mit Caster und Mückenlarven,

 -B-Sektor (gegenüber dem Stahlwerk) Nährstoffarmes Rotaugenfutter mit wenigen Castern und nur kleinen Mückenlarven,
da hier wenig Fisch erwartet wurde. Bolo-Angeln.

 -C-Sektor (hinter der Blauen Brücke), Brassen/Rotaugenfutter mit vielen Castern und großem Mücken im Futter

 -D-Sektor (an der Manufaktur), Rotaugenfutter mit wenigen Castern und großen Mückenlarven. Bolo-Option, wenn der Fisch
mit dem Futter in Richtung 15-16 Bahn wandert.

 -E-Sektor (weit hinter der nächsten Brücke), Rotaugenfutter mit einigen Castern und großen Mückenlarven. Bolo-Pflicht,
der Fisch steht jenseits der 15m Bahn, weil hier die Steinpackung endet.

 

Am ersten Tag schlug sich "mein" Team überraschend gut. Die Mannschaft erreichte Platz 12 von 47. Das Team Polen setzte
entgegen meinen Empfehlungen vom Training auf Sensas-Futter (Gross Gardon) mit 30" Anteil schwerer Erde + Sensas Liant a Coller (Graylehm).
Scheinbar eine gute Wahl...

Katastrophen wurden aus dem B-Sektor gegenüber dem Stahlwerk gemeldet. 18 Angler nach 4 Stunden ohne Fisch! 2 Wochen zuvor hatte
hier Marko Beck mit 20kg noch seinen Sektor gewonnen. Der Kanal war diesmal völlig anders!

 


Da ich selbst an beiden Tagen überwiegend den kritschen Bolo-Sektor (E) betreute, kann ich die Erfahrungen aus den anderen Sektoren nur aus zweiter Hand wiedergeben. Doch dazu später mal mehr...

 

Tag 1, Freitag, 29.10.2010 (1-ter Halbsektor)
bolo-angeln-iam-2010-sektor-e

E-Sektor: Roberto Mazzasette (Team Geers Germany) saß links von Tomek auf E5 und zeigte ihm, wie man richtig mit der Bolo fischt. Roberto hatte, wie Tomek auch, eine 15 Gramm Bolo-Pose  mit einer Kettenbebleiung im Einsatz. Die bevorzugte Distanz lag um 20-25m.

robertoRoberto konnte große Rotaugen selektieren, Tomek war froh überhaupt was zu fangen. Der Sektor E hat hier eine Besonderheit. Die Steinpackung endet im Bereich um 14 bis 15m, je nachdem, wo man gerade sitzt. Das Angeln mit der Kopfrute auf der Steinpackung macht keinen Sinn. Der Fisch stellt sich dort nicht hin und hinter der Steinpackung gehts gleich mal 40cm ab in die Tiefe. Tomek verschenkte die ersten 40 Minuten mit der Kopfrute. Kein Biss. Ihm blieb nichts anders übrig, als die Bolo in die Hand zu nehmen. Vom Training her wusste er, dass der Köder vorlaufen muss, um Ritaugen zu fangen. Doch so richtig klappte weder das genaue Füttern auf dieser Distanz noch die Köderführung. während Tomek 1 Rotauge überlisten konnte, kescherte Roberto schon sein Drittes. Brassen gab es seltsamer weise in diesem Sektor nicht, oder eher als Zufallsbonusfisch.
Einige Plätze rechts von ihm, saß Günther Horler mitten im E-Sektor (E12) auf einem denkbar ungünstigen Platz. Günther ist ein echter Fiscflüsterer und ein Meister seines Faches! Mit der Bolo fing er 9,7kg an Rotaugen aus der Mitte heraus und fischt damit Platz 2. Roberto Mazzasette ließ die Außenplätze alt aussehen. Von E5 aus schaffte er den Sektorsieg mit 10.1kg. Eine Klasse für sich. Tomek schaffte mit 3.7kg nur Platz 15 von 24. Deutschland hat ihm einen gute Lektion erteilt. In diesem Sektor will er nicht wieder sitzen....schaun wir mal, was das Los-Glück sagt. Von diesem Sektor sind es gut 3.5km bis zum Anfang des A-Sektors. Die Wege sind einfach zu weit, um allein das Team zu betreuen. Ich beschränkte mich daher mit den Fotos und dem Bericht auf diesen Sektor. Im Stillen hoffe ich, das Henric vom Champions-Team was zu den anderen Sektoren schreiben wird.

 

 

Tag 2, Samstag, 30.10.2010 (1-ter Halbsektor)

 

Stellt sich gleich zu Anfang die Frage, wo bleiben die anderen Sektoren? Schon wieder der E-Sektor. Sorry, aber das Losglück vom Tomek war E17 im selbigen Sektor. Er war enttäuscht und packte die Kopfstange gar nicht erst aus. Zwei 7m Boloruten mit Boloposen von Tubertini (Pro 49 und Pro 50) mit je 15 Gramm und Kettenbebebleiung wurden nur aufgebaut. Die Erfahrung vom Vortag könnte ein Vorteil sein. Doch seine Zweifel waren groß, denn was nützt das beste Futter, die dicksten Mückenlarven, wenn man nicht genug Erfahrung mit der Bolo hat?

 

Die Anfangsfütterung bestand aus 8 Ballen Grundfutter und 2 Ballen schwerer Erde mit großen und kleinen Mücken. Die Futterbindung wurde entgegen dem Vortag weiter erhöht, weil die Bisse meist erst spät am Ende der Futterspur kamen. Auch das Abschätzen, ob die Pose schon im Nachbarsektor schwimmt, gelang ihm nicht immer. Zum Glück war der Nachbar recht tolerant. Während am Vortag noch die Plötzen zaghaft bissen, war es heute anders. Überall wurden Rotaugen mit der Bolo gefangen. Wer zu Beginn noch auf die Kopfrute setzte, musste sich schnell umstellen. die Fische waren weit draußen und kamen nicht ran. Wer am Schnellsten ist, hat die Lizenz zum Gewinnen...und wie es der Zufall wollte, 3 Plätze rechts von Tomek saß der Bolo-Zauberer, wie Tomek ihn scherzhaft nannte.
ralf_lutscherposenRalf Herdlitschke vom Stipp-Profiteam dominierte das Geschehen von Anfang an. Die Angelei mit der Bolo scheint sein liebstes Kind zu sein. Er stellte alle seine Nachbarn weit in den Schatten.
Schlanke Bolo-Posen um 12-15 Gramm waren optimal und eine Kettenbebleiung sorgte für den notwenigen Auftrieb des Köders, wenn man die Bolo-Pose verzögert führte. Die Rotaugen ließen sich nicht wirklich selektieren. Man musste alles mitnehmen was kommt. Ich hatte den Eindruck, dass zuviele Mücken im Futter nur die kleinen Plötzen an den Platz lockten und die großen Exemplare lieber die größeren Köder bevorzugten.
Bei 23.3kg blieb bei Ralf am Ende des Angelns die Waage stehen. Platz 1 im Sektor. Respekt!

 ralf_bolo_keschern

 

Gesamtwertung:
sieger-mannschaft
Das Team von Stipp-Profi.de
mit Chris Weiss, Lutz Schenke, Ralf Herdlitschke, Andreas Heidemüller und
Heiko Schmidt verteigte den Titel vom Vorjahr!

 

guenther-siegerIn der Einzelwertung konnte Günter Horler aus dem DAV Team
seinen Vorjahressieg wiederholen.

Beide Tage angelte er im Sektor E.
Günther ist echt eine Klasse für sich. Ich hoffe, das die Filmaufnahmen
zu seinem Angeln bald veröffentlicht werden
und dass das polnische Team daraus noch lernen kann.

 

Ergebnisliste_Mannschaft als PDF

Ergebnisliste_Einzelwertung als PDF

 

In unserer Gallerie finden Sie zahlreiche Bilder zum IAM-2010

Schauen Sie doch mal rein.

Drucken E-Mail