Tag 2: 8. Juni 2010

Ein besonderer Schnappschuss ist mir heute beim Team aus Lettland gelungen. Dort fischt eine sehr erfolgreiche Frau (Rita Grabovska Verza) in der Männermannschaft mit.

Rita hat schon auf vielen internationalen Veranstaltungen bewiesen, dass sie besser angelt, als viele männlichen "Flossenfreunde". Ich konnte Sie heute beim Füttern, Maden schießen und beim Ablauf
beobachten. Das war sehr schön anzusehen...

sexy-woman-lv
Doch nun zurück zu unseren hübschen Jungs...
 

Das deutsche Team bereitet sich auf den A-Sektor vor. Der A-Sektor ist in unmittelbarer Damm-Nähe, wo das Wasser des Sees am Tiefsten ist. Hier wird mehr Fisch erwartet, als in den flachen Bereichen.
Zumindest waren dies die offiziellen Prognosen verschiedener Team-Coaches. Der Tag beginnt sehr sonnig. Der Wind trifft den A-Sektor frontal.
A-Sektor
Diese Info ist wichtig, weil man kürzer füttern muss, da der Wind eine Oberflächenströmung erzeugt und die Pose ans Ufer drückt.
Hinzu kommt noch, dass zur Mittagszeit der Wind dreht und die Sonne von vorn die roten Antennen der Posen nicht mehr erkennen lässt. Umpinseln auf Schwarz ist dann angesagt. Schwarze Antennen sind bei Gegenlicht vom Kontrast her besser zu erkennen.
Die Posenmodelle wurde ebenfalls gewechselt. Leichte Posen von 0,3 Gramm bis 0,7 Gramm mit tragenden Plasteantennen waren favorisiert, weil diese dickere Köder tragen können. Damit war die Taktik vorgegeben. Karpfen sollten beangelt werden.

Nach dem ersten Training bat ich Andreas Dalcke zu einem Interview und fragte nach der aktuellen Situation in diesem Sektor:
andreas-dalcke
"In diesem Sektor war wenig Fisch. Wir waren auf Karpfen eingestellt und fingen nur einige handgroße Brassen und fingerlange Barsche.
Wir probierten viel und wollten herausbekommen, ob in diesem Sektor die Rotaugen ebenfalls auf Futterwolken reagierten. Doch Rotaugen wurden überhaupt nicht gefangen.
Es kam noch schlimmer: Auch die Karpfen hatten Ruhetag. Das ganze Team fing insgesamt nur 4 Karpfen in 3 h, davon hatte Nico  allein 2 Exemplare gefangen.
Der Sektor A hat, durch die Kurve in der wir saßen, einen großen Nachteil. Auf der geraden Strecke wurde mehr Fisch gefangen. Das war auch am Vortag schon so.
Die Matchrute war eine Option, doch wenn man genauer nachdenkt und weiß, dass wir in einer Innenkurve saßen, dann wird schnell deutlich, dass die Futterplätze auf der Matchdistanz (ca. 30m) sehr dicht beeinander langen.
Wenn hier ein Karpfen beißt, dann rennt der durch die Nachbar-Sektoren und ist nicht zu bändigen. Abgesehen davon liegen auch die Futterplätze der Nachbaren sehr dicht an meinem eigenen Futterplatz.
Ein weiteres Problem bestand im Gegenwind. Ich hätte gern leichter angeln wollen, doch der Wind gab es nicht her, die Montage sauber auswerfen zu können.
Über die Wahl des Gummizuges müssen ebenfalls noch mal nachdenken. Die Hohlgummis sind zu stark, um damit handgroße "Skimmer" zu beangeln.
Aber jetzt ist erst mal Pause für 90 Minuten und wir bereiten uns auf den 2-ten Durchgang vor."



Hinweis: Skimmer ist der Name füe handgroße Bassen.

Hier ist Nico Matschulat mit einem seiner beiden Karpfen beim Zurücksetzen zu sehen.
nico-matschulat


Die durschnittlichen Fanggewichte lagen in diesem Sektor bei 0,5 bis 2,5kg. Nur wer einen Bonusfisch fing, konnte die magische 500 Gramm Grenze überwinden.
Es war schwierig in dieser Kurve. Wer hier am Wochenende sitzen wird, braucht sich über eine 2-stellige Platzziffer nicht zu ärgern. Man muss auch Glück beim Losen haben.

Nur deutsprachige Teams zu interviewen ist langweilig. Vom Team Finnland, dass ebenfalls im A-Sekor saß, wollte ich wissen, welche Besonderheiten ihr Gewässerabschnitt hat.
Ich hatte dort beim fotografieren einen Schilfgürtel entdeckt, der sich in 6-7m Entfernung befand und zum großen Teil unter der Wasseroberfläche abgeschnitten war. Dieser Herausforderung, beim Drill der Karpfen, mussten sich heute die Finnen stellen.
Am Vortag hatten sich dort etliche Karpfen noch vor dem Keschern wieder befreien können. Simon Gray, den ich persönlich schon viele Jahre als Fan der RIVE Produkte kenne, konnte ich heute mal persönlich kennenlernen.

Das ist immer ein besonderes Erlebnis den anderen Menschen, den man ja nur vom Namen her kennt, "live" zu erleben.
simon-gray
Simon Gray hat mir die Fragen von Hendric Plaß  (Champions-Team) gern beantwortet:
"Dieser Abschnitt im B-Sektor hat eine unangenehme Besonderheit. Es befindet sich in ca. 6-7m Entfernung ein Schilfgürtel, der zwar teilweise entfernt wurde - jedoch nur oberhalb der Wasseroberfläche.
Dadurch musste jeder Fisch durch das Schilf gezerrt werden. So weit draußen zu keschern war ebenfalls nicht möglich. Hinter dem Schilf befindet sich eine nicht sichtbare Krautzaune.
Jeder große Fisch schwimmt da rein und will dort nicht mehr raus. Er hat mir seinen Trick verraten, wie er das Problem zu lösen versucht hat. Wenn man nach dem Anhieb erkennen kann, dass es sich um einen Karpfen handelt, dann darf man nicht die Rute zurückschieben und das Kit abstecken, sondern sollte den Fisch mit der vollen Rutenlänge ausdrillen und zusehen, dass der Fisch Luft schnappt. Wenn der Karpfen vom Grund weg ist, dann rennt er nicht mehr in die Krautbank und in das Schilf hinein.

Der Nachteil bei der Aktion ist, dass man mit dem Hohlgummi sehr viel Druck aufbauen muss, damit der Karpfen nicht den Futterplatz "zerrührt" und davon weg kommt. Als Hakenköder für die Karpfen favorisierte er Maden,
die er immer wieder mit dem Katapult geschossen hat. Es waren tatsächlich Karpfen im Mittelwasser, die die Maden dort einzusammeln. Simon angelt einen weißen Daiwa-Hyda-Elastik. Welche Stärke das genau ist, wusste er auch nicht so genau. Er schwört schon seit Jahren auf Daiwa-Gummis.
Die Gewässertiefe beträgt hier gut 2m. Dies ist eine gute Option, um 3m lange Karpfenkits zu nutzen. Man muss nur beim Abstecken höllisch aufpassen und nicht versuchen, die Rute über einen einzigen Abroller zu schieben. Das hält das beste Material durch die Hebelwirkung nicht aus.

2 hintereiner stehende Abroller sind hier sehr wichtig. Mir war bei Simon und dem finnischen Team aufgefallen, dass  Angelmaterial verschiedenster Hersteller zum Einsatz kam. Während seien Nachbarn aus Italien (Colmic) alle einheitliche Ruten und Sitzkiepen sowie  Rutentaschen hatten, war bei den Finnen alles bunt gemischt. Simon erzälte mir, das Finnland nicht von den Geräteherstellern gesponsert wird. Jeder muss hier seinen eigenen Beitrag leisten. Es gibt Zuschüsse - das wars aber auch.
Sehr zufrieden ist er mit der Organisation hier.
In Vorbereitung auf die WM wurde das "Ausweichgewässer" vom Ufer her überhaupt beangelbar gemacht. Keiner kann sich wirklcih vorstellen wie es vorher aus sah. Simon bedankt sich daher stellvertretend beim Veranstalter und gibt eine Bitte weiter:

Das Schilf sollte viel tiefer - in Grundnähe abgeschnitten werden. Dann wären die Angelplätze hier viel gerechter.

 

Ich habe Simon versprochen diese Bitte und Anregung an das "Competition Office" weiterzuleiten.

 

Berichtet für das Champions-Team von Maik Fiebig (Matchangler-Shop)

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