Donnerstag, den 17. Juni 2010 um 13:31 Uhr

Der letzte und alles entscheidene Tag der WM begann für mich sehr zeitig. 2Uhr klingelte der Wecker und das Team um
Tomek Horemski begann wie ein Ameisenhaufen für 21 Nationen die Köder vorzubereiten.
Jedes Team bekam die frischeste Ware, die es in Polen gibt. Weiße und rote Maden (ca. 160 Liter insgesamt),
sowie weiße und rote Pinkies (ca. 100 Liter) wurden von den Sägespänen befreit und in ZIP-LOCK-Tüten verpackt.
Damit die Madenund Pinkies  nicht heiß laufen, wurden sie in der Tüte erstickt und im Gefrierschrank für ca. 30 Minuten
auf -16 Grad abgekühlt. Anschließend wurde sie in eine Kühlbox mit Begleitkühlung umgepackt. Viele Teams hatten sich
gedacht, jetzt noch mal richtig Gas zu geben. Es wurden mehr Rotwürmer und mehr große Mücken bestellt. Alles wurde
genau ausgewogen oder ausgelitert. Bei den Mückenlarven entsprachen 100ml Volumen ca 60 Gramm auf der Briefwaage.
Alle Mücken waren topfrisch und wir mussten beim Packen auch noch die Teamwünsche nach polnischen oder russischen
Mücken beachten.
Die polnischen Mücken sind kleiner, leben länger und sind für Rotaugen und kleine Brassen + Barsche perfekt.
Die großen russischen Mücken machen bei hohen Temperaturen im Sommer sehr schnell schlapp - sind jedoch für
die großen Brassen und Karpfen die bessere Wahl. Während der Zeit bei Tomek lernte ich sehr viel über
die Lagerung und Aufbereitung von Mückenlarven.



6.30Uhr war die Auslieferung der Ware am Malta See. Die Teams waren sehr zufrieden mit der Qualität der Lebendköder.
Diesmal hatten wir es geschafft alles länderweise abzupacken.

So ging die Verteilung der Ware viel schneller und professioneller.

Heiko Schmidt hatte an diesem Tag seinen ersten WM-Einsatz. Unser "Glücksmolly" hatte wieder Glück beim Losen.
Der Außenplatz auf A1 war ein echtes Geschenk an ihn.
Heiko - mach was daraus!

heiko-schmidt

Rene Bredereck kämpft heute im Sektor B auf Nr. 24. Am Vortag hatte dort Trapper aus Polen gesessen und 4280 Gramm an Fischen gefangen. Rene weiß, wie man Fisch selektiert. Am Ende waren jedoch 25 Fische und 1.5Kg Gewichte keine Basis für eine gute Teamleistung. Nur die Ukrainer und Slovaken waren in seinem Sektor noch schlechter.

rene_bredereck
Seine Enttäuschung ist ihm anzusehen. Das Colmic-Team aus Italien hatte im Training schon mehrere Karpfen anschnallen können.
Das ständige und regelmäßige Schießen von 4-5 Maden veranlassten die Karpfen die Maden schon im Mittelwasser einzusammeln.
Doch das Risiko war hoch. Zu viele Maden sättigen die kleine Fische und machen den Angelplatz tot.


colmic-italien 
Für das Angeln auf Karpfen sah ich oft den legendären Spiderknoten. Die Ungarn und die Italiener waren Fan dieses Knotens. 
In Deutschland trauen sich da noch nicht viel ran. Dabei ist der Knoten eine schnelle und saubere Sache und verschließt sogar die Rutenspitze vor eindringendem Wasser. Wenn es interessiert - zum Spiderkonten gibt es genug Beiträge im Netz. Einfach mal die Suchmaschinen befragen.

spiderknoten 
Wie eine gelbe Spinne sitz der Spiderkonten auf der Rutenspitze.
Der C-Sektor wird wieder von unzähligen winzigen Barschen dominiert. Nur selten wird hier ein Bonusfisch gekeschert.
 
sektor-c-tag2
Gerade wenn es schnell gehen muss, geht zu manche Zeit verloren, wenn man sich vor dem Abstecken umdreht und sucht, wo sein Abroller steht. Das Rutenfutteral bietet sich als Ersatz dafür an, wenn der Hintergrund recht flach ist. Die Rute wird dabei regelrecht nach hinten "geschmissen". Das Futteral ist ja breit genug und fängt die Rute auf.

futteral-als-abroller 
Im D-Sektor wurde neben Ralf Herdlitsche Gewichte um 11 bis 13kg gefangen. Die Italiener und Russen hatten hier den richtigen Riecher und wahrscheinlich auch einen perfekten Untergrund. Auf Ralf seinem Platz gab es ein Gefälle innerhalb des Sektors von fast einem Meter.
Fisch meiden diese schrägen Hänge. Am Vortag saß Stephen Mccaveny von Daiwa-Scotland auf diesem Platz und hatte mit 37 Fischen nur 480 Gramm an Gewicht. Ich bin sicher, dass Ralf diese Info hatte. Es gibt Situationen, da können sich die besten Angler nicht wehren.

sektor-d-tag2 

Frederic SKORNOG von Sensas Armentieres - France rockt hier das Geschehen. Eine große Menschentraube, die jeden gelandeten Fisch beklascht, verrät wo er sitzt. Die Taktik kennen wir schon:

eric-f-sensas-katapult 
Maden schießen. 3 Mücken beködern. Anhieb.
eric-f-sensas-france
Dem Fisch nicht gestatten den Futterplatz zu zerquirlen und hart ran nehmen und möglichst weit draußen schon keschern.
eric-f-sensas-keschern2 
Wieder gab's hinter mir Beifall. Auch 2 Sensas-Fans aus Deutschland feuerten hier Frederic Skornog an. 
marco-beck 
Augusto Sousa aus Portugal (D28) hatte mit seinem Platz scheinbar nicht viel Glück. Er kannte die Taktik, doch 2,5kg und 29 Fische reichten nur für einen Platz im Mittelfeld.

portugal-katapult 
 Im Training in den Tagen zuvor, konnte ich hin und wieder beobachten, das Abroller im Wind umkippten und es Rutenbruch gab.
Wer schlau war, stellte die Beine ganz flach und schon kann der Abroller nicht mehr umkippen.
abroller-flach
Rita GRABOVSKA VERZA von Salmo aus Lettland ist die einigste Frau hier am Start. Sie hat schon viele Weltmeisterschaften mit gefischt
und ist mit dem Umgang der Kopfrute perfekt. Für mich ist Rita ein echtes Highlight auf dieser WM. Mit 60 Fischen hat sie alle männlichen Kollegen in ihrem Sektor das fürchten gelehrt. Doch am Ende brachten die kleinen Barsche nur 385 Gramm auf die Waage.
Schade - ich hätte es ihr gegönnt. 
rita-lettland 
Ein Pistolenschuss läutete das Ende ein. Frankreich, Polen und England wurden als Favoriten gehandelt. Doch erst die Waage wird Gewissheit bringen. Die Ehrung der Gewinner fand wieder in unmittelbarer Nähe statt - an der Tribune, wo auch schon die Eröffnung stattfand.
tomek-maskottchen-angel 
Tomek Horemski ist immer wieder für einen Spaß zu haben. Er hat schon Entzug und muss mal wieder angeln.

Die Sieger der WM stehen nun fest. Sensas frankreich gewinnt die WM. Das russische Sensas-Team machte noch Dank der 1 im Sektor von Yury Radugin den 2-ten Platz der WM und verdrängt den Gastgeber Polen auf Platz 4. Platz 3 geht verdient an England. Ein echt beeindruckenden Mannschaftsleistung. Die Engländer hatten mich übrigens schon im Training schon mit einen Thermometer beeindruckt. Sie analysierten die Wassertemperatur, suchten nach Sprungschichten an deutenden an, das die Bedingen zum Karpfen angeln nahezu perfekt sind. 

Yury hat sich bei mir, stellvertretend für sein Team, für die gute Betreuung des Sensas-Teams Russland mit Ködern bedankt.
 yury-maik-siegerehrung
Die 30-te WM ist zu Ende - doch in mir leben die schönen Erinnerungen weiter. Ich habe viele Angelfreunde kennen gelernt und konnte auch meine Sprachkenntnisse wieder mal auf Vordermann bringen.

 

Hier nun die Ergebnisse im Schnellzugriff als PDF:
Final_Results.pdf  General_Results.pdf 
Sector_A.pdf  Sector_A1.pdf  Sector_B.pdf  Sector_B1.pdf  Sector_C.pdf  Sector_C1.pdf  Sector_D.pdf  Sector_D1.pdf  Sector_E.pdf  Sector_E_1.pdf  
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