Samstag: 12.6.2010
 

Während die Angler noch schliefen, hatte Tomek Horemski und sein Team sich schon für 2 Uhr morgens die Wecker stellen müssen. Tomek war Köderlieferant für 21 Nationen.

Das heißt für 21 x5 Starter die Köder einzeln abpacken, die Mücken laufen lassen, die Qualität der Ware prüfen und die Kühlung der Ware an den Angelplatz sicher stellen.
madenschalen

6 Mitarbeiter und ich wuselten wie ein haufen Armeisen um Köderschalen, Köderdosen und literten die Ware aus. Wegen des Hochwassers in Polen gab es auch massive Beschaffungsprobleme der angefragten Ködermengen. Die Lieferanten konnten oftmals nur 70-80% der geforderten Menge liefern. So war Tomek ständig am telefonieren und Organisieren der Köder. Die hohen Temperaturen der letzten Tage, ließen gerade die großen russischen Mücken nicht lange am Leben. Ebenso wurde noch 2 Tage vor der WM 50 Liter Caster zusätzlich bestellt. Damit hatte keiner gerechnet. Der Versuch aus vorhandenen Maden die Caster zu ziehen wäre theoretisch möglich gewesen, doch die Maden waren einfach zu frisch, um die Menge sicher zustellen. Die Caster waren wichtig, um die Brassen und Karpfen an den Platz zu bekommen. Dies  hatte sich jedoch erst in den letzten Tagen herauskristallisiert. Hier half uns FTMAX kurzfristig aus und lieferte uns über Ralf Herdlitschke noch 44 Liter an Caster aus. In Polen war einfach nichts mehr zu beschaffen. An dieser Stelle nochmals vielen Dank für die Unterstützung!

Köderausgabe Samstag morgen. Alle waren nervös, die 44L Caster sollten eigentlich schon seit ner halben Stunde hier sein.
Hinzu kam noch, dass die Köder nicht länderweise abgepackt wurden und ein Auto die gekühlten Mückenlarven geladen hatte und 2 weitere Fahrzeuge die Maden, Caster, Pinkies, Hanf + Würmer.
koederausgabe

8.30Uhr durften die Sektoren betreten werden. Es waren nun 2h Zeit, den Angelplatz vorzubereiten. Kurz nach 9Uhr begann die Kontrolle der maximal zulässigen Köder und Futtermengen.
Erlaubt waren 2,5L Lebendköder, davon jedoch nur maximal 1L Mückenlarven. Hanf und Mais sowie Lockstoffe zählen zum Futter. An Futter waren maximal 17L Nass-Futter erlaubt.
Viele Länder hatten sogar noch in Futter und Erde getrennt, damit Sie erst beim Angeln die Menge an Erde im Futter bestimmen können. Beim polnischen Trapper-Team, dass auf Futter von Marcel Van den Eynde setzte (Record Silber + Additiv Brassen Caramel) konnte bei der Futterkontrolle die Menge erkennen. 6,5L nass an Futter und 8L an Erde (Terre de Somme, dunkel). Wow - mit diesem hohem Anteil an Erde hatte ich nicht gerechnet.
futterkontrolle-trapper
Bei Nico Matschulat (Deutschland, A17) war ebenfalls alles in Ordnung. Es gab keinen Grund die 17L Grenze auszureizen.
Es wurde in diesem Sektor nur Fanggewichte um 1-3 Kg erwartet.
futterkontrolle-nico

Der A-Sektor war der Problemsektor des deutschen Teams während des Trainings. Nico fing hier im Training das Höchstgewicht im Team von gut 3kg.

Ob er das wiederholen kann?
nico-m
Ich mag die Jungs aus East Belfast. Michael Cormican ist immer für einen Spaß zu haben. Im Training hatte das Team aus Irland etliche Karpfen angeschnallt und mussten sogar einen Bruch eines 13m Handteils einer Preston-Kopfrute in Kauf nehmen.
michael-cormican-ireland
Thill Lucien aus Luxemburg ist ein guter Bekannter von uns und ein alter Hase mit vielen Jahren Erfahrung. Wir wünschen ihm viel Glück in diesem Sektor.
Während des offiziellen Trainings hatte dieses Team aus meiner sicht noch keinen Weg zu den Bonusfischen gefunden.
thill-lucien
Simon Gray aus Finnland hatte ich schon im Interview. Er hatte ebenfalls den A-Sektor zugelost bekommen. Obwohl er erst zweimal an einer WM teilgenommen hatte, machte er einen völlig coolen Eindruck. Von Aufregung keine Spur. Finnland wusste, dass die Karpfen etwa 40cm über Grund stehen und den Köder im Sinken nehmen. Sein weißer Daiwa-Hydra-Elastik Hohlgummi an seinem Kit verriet mir, das er die Bonusfische im Visir hatte.
simon-gray-1
Kurz nach dem Anfütter löffelt Eric Fossilon vom Sensas-team Frankreich einen schönen Barsch um 350 Gramm ein.
Die Franzosen hatte ihre Würmer sogar gewaschen und den Darminhalt ausgedrückt und dann erst geschnitten. Ich sowas noch nie gesehen.

Schien aber gut zu sein. Seine Angelnachbarn schüttelten immer wieder mit dem Kopf und waren verwundert, in welch kurzer Zeit er immer wieder einen Fisch überlisten konnte.
Hier sollten die Trainer mal genauer hinschauen. Sein Ablauf beim Beködern, Drill und Abstecken der Kopfrute war eine Augenschmauß.  Auch die Füttertaktik, den Platz in Ruhe zulassen und nicht das Futter zu werfen ging ziemlich gut auf.
Hier hätte ich gern noch länger verweilen wollen. Ich brauchte jedoch noch mehr Fotos.
eric-fossilon-sensas-france
Zum Glück war an diesem Tag die Strecke für Züge und Radfahrer gesperrt worden. Sonst hätte der eine oder andere Angelfreund "verkürzt" fischen müssen.

kopfrute-auf-schienen
Tomek und ich beim Fachsimpeln zu einem aktuellem Problemfall im Sektor B. Der Karpfen von einem Angler war während des Drills in den Sektor des Nachbarn geschwommen.
Der Nachbar drillte ebenfalls einen Karpfen in seinem Sektor. Dann berührten sich die Schnüre, der Karpfen schlitze aus und war verloren. Verloren ging der Karpfen, der in den Nachbarsektor schwamm.

Jetzt kam die Frage wegen der Behinderung auf und ob der Fisch des Nachbarn dann noch zählt oder wegen der Berührung aus der Wertung genommen wird.
Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, das es ein Teammitglied aus Deutschland war, der seine Karpfen verlor.

tomek-maik
Tomek erklärte mir, dass der Fall für ihn klar sein. Der Karpfen zählt, weil er den Sektor nicht verlassen hat und die Behinderung aus dem Nachbarsektor kam.
Wie wäre es, wenn es umgekehrt gelaufen wäre? Sprich der Deutsche seine Fisch gekeschert hätte und der Nachbar seinen Karpfen durch die externen Behinderung verlor?
Tomek glaubt, dass dann der größte Fisch aus dem Kescher als Strafe zurück gesetzt wird. Mir war die Regelung fremd und ich hörte gespannt zu.
schilf-blueht
Im C-Sektor, der sich auf der anderen Uferseite befand, war geprägt vom Fang fingerlanger Barsche. Hier wurde kauf ein Brassen gefangen, geschweige einen Karpfen.

Niemand wollte gern in diesem Sektor sitzen. Hier wurden nur Fanggewichte um 500 Gramm erwartet. Man musste hier sehr leicht angeln. Posengewichte von etwa einem halben Gramm mit Kettenbebleiung
dominierten an den Kits der Teilnehmer.
sektor-c

 

Ergebnisse des Tages und der Sektoren zum Download:
Team-Wertung: General_Results.pdf
Sektorwertung: Sector_A.pdf  Sector_A1.pdf  Sector_B.pdf  Sector_B1.pdf  Sector_C.pdf  Sector_C1.pdf  Sector_D.pdf  Sector_D_1.pdf  Sector_E.pdf  Sector_E_1.pdf

Drucken E-Mail